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Stromvertrag gekuendigt

Stromanbieter hat gekündigt: Was Sie jetzt wissen sollten

Einige Stromanbieter haben sich verkalkuliert und kündigen nun massenhaft Stromkunden. Gekündigte Kunden stehen häufig ratlos da und wissen nicht, welche Schritte sie unternehmen müssen. Wir erläutern Ihnen, was Sie tun sollten, wenn Ihr Stromanbieter sie gekündigt hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einige Stromanbieter haben sich verkalkuliert und kündigen nun massenhaft Stromkunden.
  • Damit eine Kündigung zulässig ist, sind bestimmte Voraussetzungen einzuhalten.
  • Wenn Ihr Stromanbieter kündigt, rutschen Sie in die Grundversorgung. Dennoch haben Sie unter Umständen Schadenersatzansprüche gegen den Altanbieter.

Weshalb wurde vielen Verbrauchern der Stromvertrag gekündigt?

Viele Billig-Stromanbieter kaufen, zum Teil tagesaktuell und sehr kurzfristig, günstige Stromkontingente ein und beliefern damit ihre Kunden. Sie spekulieren damit auf dauerhaft niedrige Strompreise. Aufgrund der massiv gestiegenen Energiepreise sind manche Stromanbieter nun allerdings nicht mehr in der Lage, ihren Bedarf zu Preisen zu decken, die so günstig sind wie bislang. Sie haben Kunden günstige Verträge verkauft, als sie den Strom selbst noch deutlich günstiger beschaffen konnten. Durch aktuell hohe Preise am Strommarkt geraten manche Stromanbieter nun in eine Schieflage, was dazu führt, dass sie Kunden den Stromvertrag kündigen. Einige Anbieter sind sogar insolvent. Manche Anbieter haben große Mengen an Neukunden angeworben, was den Engpass für diese Anbieter noch erhöht.

Wann darf ein Stromanbieter kündigen?

Grundsätzlich gilt im deutschen Zivilrecht: Verträge sind einzuhalten. Das gilt auch, wenn man sich bei Einkaufspreisen verspekuliert hat. Die betroffenen Stromanbieter sprechen entweder eine ordentliche oder eine außerordentliche Kündigung aus. Eine ordentliche Kündigung ist nur unter Einhaltung der im Vertrag genannten Kündigungsfrist möglich. Eine außerordentliche Kündigung ist nur möglich, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn dem kündigenden Teil die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung oder bis zum Ablauf einer Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann. Die Vermeidung einer Insolvenz stellt keinen wichtigen Grund dar. Im Fall einer außerordentlichen Kündigung ist eine Kündigung auch ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist möglich. Sie sollten prüfen, welche Art von Kündigung bei Ihnen vorliegt.

Was passiert, wenn der Stromanbieter den Vertrag kündigt?

Wenn Ihr Stromanbieter kündigt, wird Ihnen nicht komplett der Strom abgestellt, manche Verbraucher befürchten dies in einem solchen Fall. Stattdessen rutschen Sie in die sogenannte Grundversorgung. Ab dem Zeitpunkt der Kündigung erhalten Sie Strom zu geänderten Bedingungen, auch „Ersatztarif“ genannt. Sie können jederzeit einen neuen Vertrag bei einem anderen Anbieter abschließen. Im besten Fall fängt dieser an zu laufen, bevor der gekündigte Vertrag endet.

Was bedeutet die Grundversorgung bei Strom?

Wenn ein Stromanbieter einen Kunden nicht mehr beliefern kann, dann kommt die sogenannte Grundversorgung zum Tragen. Als Grundversorgung bezeichnet man die Energielieferung durch den Grundversorger an Haushaltskunden zu allgemeinen Preisen und Bedingungen. Die allgemeinen Preise setzen sich in der Regel zusammen aus einem vom Verbrauch abhängigen Arbeitspreis und einem festen Grundpreis. Auf die Grundversorgung haben Haushaltskunden einen Rechtsanspruch. Ein Grundversorger darf einen Kunden nur ablehnen, wenn es für ihn aus wirtschaftlichen Gründen nicht zumutbar ist. Der Grundversorger ist stets das Energieversorgungsunternehmen, das im Netzgebiet vor Ort die meisten Haushaltskunden mit Strom beliefert.

klugo tipp

Manchmal haben Grundversorger Tarife, die kostengünstiger sind als der Grundversorgungstarif – fragen Sie aktiv danach.

Wie reagiere ich am besten, wenn mir der Vertrag gekündigt wurde?

Wenn Ihr Stromvertrag gekündigt wurde, sollten Sie nicht nur Ihren Dauerauftrag oder Lastschriftmandat widerrufen, sondern auch Widerspruch einlegen. Dazu rät auch die Verbraucherzentrale. Außerdem sollten Sie, falls Sie aufgrund der Kündigung gestiegene Stromkosten haben, weil Sie beim neuen Anbieter mehr bezahlen müssen, diese Mehrkosten als Schadensersatz gegenüber dem Altanbieter geltend machen. Sie sollten in jedem Fall den aktuellen Zählerstand, am besten per Foto, dokumentieren. Wenn Ihr Stromanbieter insolvent ist, werden mögliche Rückforderungen, die Sie haben, Teil der Insolvenzmasse. Sie müssen in diesem Fall damit rechnen, dass eine Rückerstattung einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Haben Sie konkrete Fragen zum Thema oder wurde Ihnen bereits gekündigt? Mit Hilfe der telefonische Erstberatung von KLUGO erhalten Sie eine erste Ersteinschätzung zu Ihrem individuellen Fall. Unsere Partner-Anwälte und Rechtsexperten für Vertragsrecht helfen Ihnen bei der Klärung des Sachverhaltes.

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Beitrag juristisch geprüft von der KLUGO-Redaktion

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