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Amazon-Garantie Urteil

Wird ein Artikel nicht geliefert, führt der Verkäufer die zugesagte Erstattung nicht aus oder wird eine berechtigte Reklamation verweigert – für all diese Fälle gibt es die Amazon A-bis-Z-Garantie. Die Voraussetzungen für die Nutzung dieser Garantie sind auf der Kundenservice-Seite von Amazon zu finden. In diesem Falle zieht Amazon nach Überprüfung das bereits vom Käufer überwiesene Geld wieder vom Verkäufer ein und erstattet es dem Käufer zurück.

Rechtsstreit um mangelhaften Ofen – der Prozess

Zu dieser Amazon-Garantie liegt nun ein Urteil (Az. VIII ZR 18/19) des Bundesgerichtshofs vor zum Fall eines als mangelhaft reklamierten Kaminofens. Die etwa 1.300 Euro, die die Kundin für den Ofen bezahlt hatte, bekam sie daraufhin durch Amazon zurück. Die Verkäuferin reichte Klage ein. In erster Instanz wurde zugunsten der Käuferin entschieden: Das Landgericht Leipzig betrachtete die Annahme des Garantiefalls durch Amazon als verbindlich. Damit könne die Verkäuferin das Geld von Amazon einfordern, nicht jedoch von der Käuferin.

Das Urteil des Bundesgerichtshofs zur Amazon-Garantie

Der Bundesgerichtshof kam zu dem Urteil, dass die Amazon A-bis-Z-Garantie nicht bindend für die Marketplace-Verkäufer sei. Als Begründung haben die Bundesrichter unter anderem angeführt, dass der Käufer nicht nachweisen muss, ob die Garantievoraussetzungen tatsächlich gegeben sind. Amazon lege nicht offen, wie genau der Garantieanspruch geprüft werde. Zudem könne der Verkäufer sich nicht gegen die Erstattung wehren, sobald diese durch Amazon entschieden wurde. Das Landgericht Leipzig hat nun nach dem allgemeinen Urteil des Bundesgerichtshofs zu entscheiden, ob im speziellen Fall die Reklamation des Ofens rechtens ist und die Käuferin das erstattete Geld behalten darf.

Was bedeutet das Amazon-Garantie Urteil für Online-Käufer?

Der Käuferschutz, so der Bundesgerichtshof, sei trotz allem gewährleistet. Eine schnelle und unkomplizierte Erstattung sei über die Amazon A-bis-Z-Garantie nach wie vor möglich und die Prozessführungslast liege beim Verkäufer. Das Urteil bedeutet jedoch auch, dass im Falle eines Prozesses nicht Amazon fälschlicherweise erstattetes Geld zurückzahlen muss, sondern der Käufer. Nachdem Amazon eine Erstattung über die A-bis-Z-Garantie bewilligt hat, ist der Vorgang also keineswegs beendet.

Welche Folgen hat das Urteil für Online-Verkäufer?

Betroffene Verkäufer haben die Möglichkeit, mit einer Klage gegen eine durch Amazon bewilligte Erstattung vorzugehen, wenn sie diese für unberechtigt halten. Bei den Verkäufern liegt die Prozessführungslast, deshalb ist es kein unkomplizierter Weg, jedoch muss der Verkäufer die Entscheidung Amazons, eine Retoure zu bewilligen, nicht einfach hinnehmen.

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