Vom Abgasskandal betroffene Autos

Millionen vom Abgasskandal betroffene Autos wurden bisher zurückgerufen, die Liste wird fast täglich länger. Neben dem VW-Konzern und seinen Tochterkonzernen haben auch andere Hersteller Abschalteinrichtungen in Dieselfahrzeuge eingebaut.

Viele Dieselbesitzer sind nach Bekanntwerden der Manipulationsvorwürfe verunsichert und fragen sich, ob ihr Modell zu den in Deutschland mehr als 2,8 Millionen vom Dieselskandal betroffenen Fahrzeugen gehört. Mittlerweile wurden nicht nur VW und seine Tochtermarken Audi, SEAT, Skoda und Porsche der Abgasmanipulation überführt, auch Mercedes-Modelle von Daimler sind betroffen. Andere Hersteller wie etwa BMW, Peugeot und Opel stehen ebenfalls unter Betrugsverdacht.

Welches sind die vom Abgasskandal betroffenen Autos?

Vor allem Diesel-Motoren mit der Typbezeichnung EA189, die unter die Abgasnorm Euro 5 fallen, sind mit der Schummelsoftware ausgestattet. Nach § 434 BGB liegt damit ein Sachmangel bei den Fahrzeugen vor. Aber auch einige Fahrzeuge mit Euro-6-Zulassung und anderen Motorentypen gehören mittlerweile zu den von der VW-Rückrufaktion betroffenen Diesel-Modellen.

Der EA189-Motor - EA steht für „Entwicklungsauftrag“ - wurde vor allem in Diesel-Fahrzeuge der Baujahre 2007 bis 2015 eingebaut. Außerdem vom Dieselskandal und Rückrufaktionen betroffen sind unter anderem Fahrzeuge mit EA897-Motor.

Vom Abgasskandal betroffene Autos – Infografik
Vom Abgasskandal betroffene Autos – Infografik

§ 434, Abs. 1 BGB Sachmangel


Nach § 434, Abs 1 BGB ist eine Sache frei von Sachmängeln, wenn sie bei „Gefahrübergang“, also im Moment der Übergabe, die vereinbarte Beschaffenheit hat. Soweit die Beschaffenheit nicht vereinbart ist, ist eine Sache frei von Sachmängeln, wenn sie sich erstens für „die nach dem Vertrag vorausgesetzte Verwendung eignet“, oder sie sich zweitens „die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Sachen der gleichen Art üblich ist und die der Käufer nach der Art der Sache erwarten kann.“

Ermittlungen gegen weitere Hersteller laufen noch, so dass sich Kunden bei Schadensersatzansprüchen noch nicht auf amtliche Entscheidungen berufen können. Auffällig hohe Stickstoffwerte und Unregelmäßigkeiten wurden auch bei Modellen der Hersteller BMW, Ford, Opel, Jaguar, Alfa-Romeo, Hyundai, Fiat, Nissan, Suzuki, Volvo, Chevrolet, Jeep, Range Rover, Dacia, Renault und Peugeot festgestellt. Vom Dieselskandal betroffene Fahrzeuge finden sich also mittlerweile nahezu in der gesamten Autobranche.

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Durch den Widerrufsjoker im Abgasskandal lassen sich Autokredite von Fahrzeugen mit oder ohne EA189-Motor oft rückabwickeln.

Vor allem gegen BMW ermittelt zurzeit die Staatsanwaltschaft München. Das Kraftfahrt-Bundesamt ordnete bereits den Rückruf der Modelle BMW M550d und BMW 750d an. Die Staatsanwaltschaft München belastet zudem VW, Audi und Porsche, auch Abgasmanipulationen bei Benzinern vorgenommen zu haben, hinreichende Beweise fehlen jedoch bislang.

VW-Rückrufaktion für betroffene Modelle

Vom Abgasskandal betroffene Autos wurden seit Januar 2016 nach und nach zurückgerufen. Je nach Motor wird in der Werkstatt entweder nur ein Software-Update (interner Link zur Seite Software-Update) durchgeführt oder zusätzlich ein Strömungsgleichrichter nachgerüstet. Das erste von der VW-Rückrufaktion betroffene Modell war der VW Amarok.

Tatsächlich sind mittlerweile die meisten Hersteller vom VW-Abgasskandal betroffen. Besitzer von Diesel-Fahrzeugen sollten wachsam sein, den Stand der Ermittlungen in den Nachrichten verfolgen und ihre Ansprüche geltend machen. KLUGO vermittelt Ihnen hierzu sofort den direkten Kontakt und die kostenlose Erstberatung.
Florian Max Baumeister
Rechtsanwalt

So finden Verbraucher heraus, ob ihr Auto betroffen ist

Um herauszufinden, ob ihr Auto zu den vom Dieselskandal betroffenen Fahrzeugen gehört, können Dieselbesitzer ihr Modell auf den Service-Webseiten der Hersteller prüfen. Dazu benötigen sie die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) ihres Autos. Die FIN steht in der Zulassungsbescheinigung oder auch am Auto selbst. Häufig steht die FIN in einem Feld unter der Windschutzscheibe eingraviert. Optional kann sie aber auch auf dem Armaturenbrett, im Motorraum, unter der Motorhaube oder im Türrahmen stehen. Vom VW-Rückruf betroffenen Dieselmodelle und Modelle anderer Hersteller finden Verbraucher außerdem in der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes. In der kostenlosen Erstberatung erfahren Sie sofort, ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.

Liste, der vom Dieselskandal betroffenen Fahrzeuge

Von der VW-Rückrufaktion betroffenen VW-, SEAT-, SKODA- und Audi-Modelle sind vor allem jene mit einem EA189-Motor, Baujahr von 2007 bis 2015 und 1.6 oder 2.0 Liter Hubraum. Aber auch die Modelle VW Touareg, VW Phaeton und VW Amarok mit EA897-Motor und 3.0 TDI sind betroffen. Die Rückrufaktionen laufen schrittweise seit Januar 2016. Weltweit sollen etwa 2,4 Millionen betroffene Audi-Modelle mit Betrugssoftware fahren, rund 5,6 Millionen VW-Modelle, 1,2 Millionen Skoda-Modelle und 700.000 SEAT-Modelle.

Betroffene Volkswagen-Modelle, Baujahr 2008-2013

  • VW Amarok
  • VW Beetle
  • VW Caddy
  • VW Eos
  • VW Golf
  • VW Jetta
  • VW Passat
  • VW Polo
  • VW Scirocco
  • VW Sharan
  • VW Tiguan
  • VW Touran
  • VW T5 Multivan
  • VW T6 Transporter
  • VW Transporter
  • VW Touareg
  • VW Phaeton
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Von den aufgeführten Modellen sind abhängig von Baujahr und Motor oft nicht alle Fahrzeuge betroffen. Prüfen Sie Ihr Fahrzeugmodell daher auf den Service-Seiten der Hersteller oder in der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes.

Betroffene Modelle weitere VW-Marken

  • Betroffene Audi-Modelle, Baujahr 2007-2014: Audi A1, A3, A4, A6, Q3, Q5, TT, Rückruf angeordnet für: A5, A6, A7, A8, Q5, Q7
  • Betroffene Skoda-Modelle, Baujahr 2008-2014: Skoda Fabia, Octavia, Roomster, Rapid, Suberb, Yeti
  • Betroffene SEAT-Modelle, Baujahr 2008-2015: SEAT Alhambra, Ibiza, Altea, Leon
  • Betroffene Porsche-Modelle: Porsche Macan, Cayenne, Panamera

Auch in Fahrzeuge des Daimler-Konzerns wurden Abschalteinrichtungen eingebaut. Laut Hersteller soll es etwa 280.000 vom Abgasskandal betroffene Autos in Deutschland geben. Im August 2017 kündigte Daimler ein freiwilliges Software-Update an.

Betroffene Daimler-Modelle

  • Modelle mit 6-Zylinder OM651 Motor, Baujahr ab 2005: Mercedes S-Klasse, M-Klasse, R-Klasse, G-Klasse, GL-Klasse, GLK, CLK, CLS, Vans Vito, Viano, Sprinter
  • Modelle mit 4-Zylinder OM651-Motor, Baujahr ab 2008, 1.8 oder 2.1 Liter Hubraum: Mercedes A-Klasse, B-Klasse, S-Klasse, V-Klasse, CLA, GLA, SLK-Roadster, Vito, Sprinter
  • Betroffene SEAT-Modelle, Baujahr 2008-2015: SEAT Alhambra, Ibiza, Altea, Leon
  • Rückruf verpflichtend angeordnet Vito mit OM 622 und OM 651 Motoren, C-Klasse und GLC mit OM 626 Motor

Verpflichtende Rückrufe für Daimler-Modelle laufen bereits seit Juni 2018 für die Modelle Vito, die C-Klasse Limousine und GLC-Modelle. Weitere verpflichtende Rückrufe für vom Dieselskandal betroffene Fahrzeuge sollen folgen.

Betroffene BMW-Modelle

  • M550d xDrive
  • 750d xDrive

Verpflichtende Rückrufe für insgesamt 11.700 BMW-Modelle laufen bereits. Weitere verpflichtende Rückrufe für vom Dieselskandal betroffene Fahrzeuge sollen folgen.

Unsere Rechtsanwälte helfen Besitzer von betroffenen Dieselfahrzeugen sofort und schlagen den richtigen Weg ein:

  • Haben Sie noch keine Informationen zum Rückruf erhalten, dann prüfen unsere Rechtsanwälte, ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.
  • Wurden Sie bereits über einen Rückruf Ihres Fahrzeuges informiert, lassen Sie sich bestenfalls noch vor dem Werkstattbesuch von unserem Rechtsanwalt zu Ihren Ansprüchen im Dieselskandal beraten.
  • Sie können mit unserem fachkundigen Rechtsanwälten gegen Hersteller oder Händler auf Rückabwicklung des Kaufvertrages klagen oder im Abgasskandal Schadensersatzansprüche verlangen – auch noch nach Durchführung des Software-Updates.

Ist Ihr Fahrzeugmodell auch eins der vom VW-Abgasskandal betroffenen Autos und wollen Sie Ihre Ansprüche geltend machen? Wir vermitteln unsere Rechtsanwälte, die Ihnen in der kostenlosen Erstberatung weitehelfen und mit juristischem Rat zur Seite stehen.

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