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Was muss vor dem Tod geregelt werden?

Tipps, Infos und Checkliste: Was muss vor dem Tod geregelt werden?

Die Regelung des Nachlasses ist einfach, wenn der Verstorbene entsprechende Informationen für die Erben hinterlassen hat. Fehlen diese, kann die Nachlassregelung ungeahnte Ausmaße annehmen. Mit den richtigen Tipps und unserer Checkliste helfen wir Ihnen, in einer solchen Situation den Nachlass zu ordnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Informationen bezüglich Finanzen, Versicherungen und geschäftlicher Angelegenheiten helfen den Hinterbliebenen im Sterbefall.
  • Empfehlenswert ist es, schon zu Lebzeiten einen sogenannten Notfallordner anzulegen.
  • Der Notfallordner sollte alle wesentlichen Informationen bereithalten und für die Hinterbliebenen gut zugänglich aufbewahrt werden.
  • Auch Wünsche in Bezug auf die eigene Beerdigung können im Notfallordner Platz finden.
  • Ein Anwalt für Erbrecht kann dabei helfen, den Nachlass zu regeln und steht Ihnen bei der Abwicklung von vertraglichen oder behördlichen Angelegenheiten zur Seite.

Wie kann ich Informationen für meine Erben hinterlassen?

Sich schon zu Lebzeiten mit dem eigenen Tod zu beschäftigen, ist für viele Menschen undenkbar. Dazu zählen auch die Formalitäten, die bei jedem Sterbefall automatisch zu erledigen sind. Wer seine Erben schon im Vorfeld entlasten möchte, kann hierfür entsprechende Informationen hinterlegen.

Dazu gehören Fragen wie:

  • Wie soll die Beerdigung aussehen?
  • Was ist bezüglich der Bestattungsart gewünscht?
  • Welche Behördengänge sind zu unternehmen?
  • Wo finden die Hinterbliebenen Unterlagen und Dokumente?

Optimal ist es, frühzeitig einen sogenannten Notfallordner zu erstellen und so zu verwahren, dass die Hinterbliebenen im "Fall des Falles" schnell und unkompliziert darauf zugreifen können. Die Informationen helfen nach dem Todesfall Ihren Erben, Entscheidungen in Ihrem Sinne zu treffen.

Natürlich ist ein solcher Notfallordner keine Pflicht. Bedenken Sie aber, dass im Todesfall der Faktor Zeit oft zur knappen Ressource wird: Das liegt auch daran, dass in Deutschland viele Vorgänge mit zeitraubenden Behördengängen verbunden sind. Müssen die Hinterbliebenen erst mühevoll nach Unterlagen suchen oder sind Einzelheiten unklar, vergeht möglicherweise viel wertvolle Zeit.

Ein Notfallordner sollte leicht zugänglich sein. Im Ernstfall sollten die zuständigen Personen wissen, wo dieser sich befindet. Zur Aufbewahrung empfiehlt es sich daher nicht, den Notfallordner zu verstecken oder an einem geheimen Ort zu verwahren.

Was gehört in den Notfallordner?

Was in den Notfallordner gehört, lässt sich nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich empfiehlt sich aber eine Einteilung in:

  • persönliche Unterlagen
  • finanzielle Angelegenheiten
  • Versicherungsunterlagen
  • medizinische Unterlagen
  • Dokumente rund um Arbeit und Geschäft

Persönliche Unterlagen

Zu den persönlichen Unterlagen gehören Ausweiskopien, Meldebestätigungen und auch Kontaktdaten der nahen Angehörigen oder engen Freunden und Bekannten. Besitzen Sie ein Stammbuch, ist eine Kopie des Stammbuchs im Notfallordner ebenfalls gut aufgehoben.

Finanzielle Angelegenheiten

Zu den finanziellen Angelegenheiten gehört eine Übersicht über alle Konten und Sparverträge, sowie – falls vorhanden – eine Information zu bestehenden Bankschließfächern. Sind Sie Eigentümer von Immobilien oder Grundstücken, sollten Sie eine Kopie der Grundbuchauszüge ebenfalls im Notfallordner abheften.

Versicherungsunterlagen

Die Absicherung gegen Lebensrisiken wird durch Versicherungspolicen und -verträge dokumentiert. Auch diese gehören als Kopie in den Notfallordner. Das gilt ganz besonders, wenn Sie Unfall- oder Lebensversicherungen abgeschlossen haben. Hier sind oft Fristen ausschlaggebend, um die Versicherungsleistung in Anspruch zu nehmen – umso wichtiger ist es daher, dass die Unterlagen für die Hinterbliebenen leicht zugänglich sind.

Ergeben sich rund um die Inanspruchnahme der Versicherungsleistungen Probleme, kommt es häufig zu juristischen Auseinandersetzungen mit der Versicherungsgesellschaft. Hier ist oft kompetente Unterstützung durch einen Rechtsanwalt gefragt – dieser hilft dabei, dass Sie oder Ihre Hinterbliebenen tatsächlich zu Ihrem Recht kommen.

Medizinische Unterlagen

Nicht unwesentlich sind für den Notfallordner auch medizinische Unterlagen bzw. Dokumente rund um Ihre Krankheitsgeschichte. Eine Liste über Medikamente, Operationen und Krankheiten ist hilfreich, denn kaum ein Angehöriger wird diese aus dem Kopf wissen.

Sie sind Organspender? Dann sollten Sie auch eine Kopie des Organspendeausweises im Notfallordner abheften. Gleiches gilt für einen sogenannten Medikamentenausweis.

Dokumente rund um Arbeit und Geschäft

Brisant wird es oft, wenn rund um den Nachlass nicht nur private Fragen geregelt werden müssen, sondern auch geschäftliche Anliegen von Bedeutung sind. In der Regel verfügen gerade größere Unternehmen über ein sogenanntes Notfallmanagement. Doch was ist mit Familienbetrieben oder Freiberuflern? Hier ist es von Vorteil, wenn Sie frühzeitig Regelungen treffen, wer dann Entscheidungen treffen soll – und wer welche Vollmachten erhält.

Alle diese Unterlagen und Dokumente gehören in den Notfallordner. Bedenken Sie, dass gerade bei einem Geschäftsbetrieb existenziell wichtige Handlungen vorgenommen werden müssen, wenn Sie ausfallen – und das häufig dafür wenig Zeit bleibt.

klugo tipp

So viel wie nötig – so wenig wie möglich! Der Notfallordner soll keine Ansammlung von sämtlichen Dokumenten aus dem täglichen Leben sein, sondern tatsächlich nur das zusammenfassen, was bei einem plötzlichen Ausfall für die Hinterbliebenen wichtig ist.

Checkliste: Das muss im Sterbefall erledigt werden!

Um den Überblick nicht zu verlieren, haben wir für Sie als Hinterbliebene für den Sterbefall noch einmal das Wichtigste zusammengefasst:

  • Falls vorhanden: Nutzen Sie die Informationen aus dem Notfallordner.
  • Nehmen Sie einen ersten unverbindlichen Kontakt zu einem Bestattungsunternehmen auf.
  • Stellen Sie die wichtigsten Unterlagen des Verstorbenen zusammen – optimal als Original.
  • Prüfen Sie, ob eine Bestattungsverfügung, eine Sterbegeldversicherung oder ein Vorsorgevertrag mit einem Bestattungsinstitut vorliegt.
  • Informieren Sie die Krankenkasse und die Rentenversicherung über den Sterbefall.
  • Kündigen Sie Wohnung und Versicherungen sowie Verträge mit den Versorgungsunternehmen und den Telefon- und TV-Anschluss.
  • Stoppen Sie Daueraufträge und Einzugsermächtigungen.
  • Planen Sie die Beisetzung – dies geschieht gemeinsam mit dem Bestatter.
  • Regeln Sie den Nachlass: Ein vorhandenes Testament wird beim Nachlassgericht eingereicht.
  • Informieren Sie das Sozialamt und das Finanzamt über den Sterbefall.

Natürlich stehen nach einem Sterbefall viele Dinge an – neben den Behördengängen muss beispielsweise oft auch der Haushalt des Verstorbenen aufgelöst werden. Eine Checkliste oder ein Notfallordner helfen aber, auch angesichts der ohnehin schon belastendenden Situation einen klaren Kopf zu bewahren.

Bei allen organisatorischen Aufgaben sollten Sie aber eins nicht vergessen: Nehmen Sie sich auch die Zeit, Ihrer Trauer Raum zu geben. Ein Sterbefall ist zuallererst ein sehr belastendes Ereignis.

Wer nicht weiß, wie der Nachlass zu regeln ist oder was mit der Wohnung des Verstorbenen passieren soll, kann dafür auch einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen. Dieser kann nicht nur mit der notwendigen Expertise, sondern auch mit ausreichender Erfahrung dazu beitragen, dass Ihre Sorgen und Anliegen schnell aufgelöst werden.

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Der Beitrag wurde mit großer Sorgfalt von der KLUGO-Redaktion erstellt und juristisch geprüft. Dazu ergänzen wir unseren Ratgeber mit wertvollen Tipps direkt vom Experten: Unsere spezialisierten Partner-Anwälte zeigen auf, worauf es beim jeweiligen Thema ankommt.
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