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Steuerlichen Aenderungen 2022

Steuerliche Änderungen 2022: Was Sie wissen müssen

Ein neues Jahr, ein neues Steuerrecht. Das Jahr 2022 bringt Steuererleichterungen für Arbeitnehmer, Alleinerziehende, Unternehmer und Soloselbständige. Andere Änderungen betreffen die steuerliche Behandlung von Gutscheinkarten, die Berechnung der Grundsteuer und steuerfreie Bonuszahlungen für Mitarbeitende.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Grundfreibetrag, der allen Arbeitnehmern zusteht, wurde auf 9.984 Euro erhöht.
  • Steuerlich relevante Corona-Hilfen wurden bis März 2022 verlängert. Es wird damit gerechnet, dass die Bundesregierung auch die Homeoffice-Pauschale verlängert.

Erhöhung des Grundfreibetrags

Der Grundfreibetrag, also das Einkommen, auf welches keine Einkommenssteuer anfällt, wurde erhöht. Von 9.744 auf 9.984 Euro. Die Erhöhung beim Grundfreibetrag soll die gestiegenen Lebenshaltungskosten in Deutschland auffangen. Ebenfalls zum Jahresbeginn erhöht wurde der Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltsleistungen.

Eine weitere Änderung betrifft die Behandlung von Gutscheinen im Steuerrecht: Für Arbeitnehmer waren Sachbezüge wie Gutscheine oder Geldkarten bislang bis zur Grenze von 44 Euro im Monat steuerfrei. Die Freigrenze wurde zum 1. Januar auf 50 Euro pro Monat angehoben.

Keine Kalte Progression bei Lohnerhöhungen

Arbeitgeber können seit dem 1. März 2020 Bonuszahlungen an Mitarbeiter in Höhe von bis zu 1.500 Euro steuerfrei auszahlen. Die Regelung gilt noch bis zum 31. März dieses Jahres.

Außerdem wurde der Einkommenssteuertarif geändert, um die sogenannte kalte Progression auszugleichen. Wenn Löhne und Gehälter erhöht werden, um allein die Inflation auszugleichen, werden sie nun nicht mehr höher besteuert.

Steuermittel für Unternehmer

Die Corona-Hilfen wurden bis Ende März verlängert. Bis März 2022 läuft die Überbrückungshilfe IV. Hier werden Unternehmen und Soloselbständige mit Steuermitteln gefördert. Bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 70 Prozent werden bis zu 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten erstattet.

Unternehmen, die in mindestens drei Monaten seit November 2020 einen Umsatzeinbruch von jeweils mehr als 50 Prozent erlitten haben, erhalten einen Eigenkapitalzuschuss. Der Zuschuss wird zusätzlich zur Fixkostenerstattung gezahlt.

Verlängerung der Homeoffice Pauschale in 2022?

Arbeitnehmer konnten pandemiebedingt pro Arbeitstag 5 Euro als Werbungskosten absetzen, begrenzt auf 150 Arbeitstage im Jahr. Doch die Homeoffice-Pauschale war bis zum 1. Januar 2022 befristet. Im Koalitionsvertrag der Ampelregierung steht, dass die Bundesregierung „die steuerliche Regelung des Homeoffice für Arbeitnehmer bis zum 31.12.2022 verlängern und evaluieren“ will.

Was ändert sich für Alleinerziehende?

Alleinerziehende werden bei der Lohn- und Einkommenssteuer mit dem sogenannten Entlastungsbetrag entlastet. Wegen der außergewöhnlichen Belastung von Alleinerziehende in der Pandemie wurde der Entlastungsbetrag für die Steuerjahre 2020 und 2021 erhöht – von 1.908 auf 4.008 Euro im Jahr. Die Höhe des Entlastungsbetrags gilt außerdem unbefristet.

Auswirkungen der Grundsteuerreform für Hauseigentümer

Ab dem Jahr 2025 wird es eine neue Grundsteuer geben. Einheitswerte, anhand derer bislang die Grundsteuer berechnet wird, sind dann nicht mehr gültig. An deren Stelle tritt der sogenannte Grundsteuerwert. Er wird vom Finanzamt anhand von Angaben ermittelt, deren Stichtag der 1. Januar 2022 war. Grundstückseigentümer mussten bislang nicht selbst aktiv werden. Voraussichtlich Ende März wird durch eine öffentliche Bekanntmachung eine Aufforderung zur Abgabe der Feststellungserklärung erfolgen.

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