Rechtsthemen
Blog
Über uns
Business

Vorteile und Nachteile eines Aufhebungsvertrags

Ein Aufhebungsvertrag meint die Auflösung eines bestehenden Arbeitsverhältnisses außerhalb der normalen Fristen. Doch ein Aufhebungsvertrag ist nicht für jede Situation die geeignete Lösung. Dieser Artikel zeigt Vor- und Nachteile auf.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Aufhebungsvertrag bietet für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlreiche Vor- und Nachteile
  • Meist profitiert vor allem der Arbeitgeber von einem Aufhebungsvertrag
  • In einem Aufhebungsvertrag können Abmachungen zu Abfindungen, einem qualifizierten Zeugnis und vielen weiteren Vertragsinhalten geregelt werden
  • Unter Umständen muss ein Arbeitnehmer nach dem Unterzeichnen des Aufhebungsvertrages mit einer Sperrfrist beim Arbeitsamt rechnen
  • Auch Abfindungen können unter bestimmten Voraussetzungen beim Arbeitsamt angerechnet werden
  • Aufhebungsverträge lassen sich nur schwer widerrufen oder anfechten

So prüfen Sie die Vor- und Nachteile eines Aufhebungsvertrags

  • Betrachten Sie als Arbeitnehmer Chancen und Risiken in Bezug auf Ihre persönliche Situation: Ist ein neues Arbeitsverhältnis in Aussicht? Sind Sie finanziell abgesichert?
  • Klären Sie mit dem Arbeitgeber die Umstände, wie etwa verbleibende Urlaubstage, und bewerten Sie mögliche Nachteile, die daraus entstehen können.
  • Einigen Sie sich mit dem Arbeitgeber auf Inhalte und Formulierungen des Vertrages, so das Sie das bestmögliche für sich rausholen können. Insbesondere eine Abfindung kann Vertragsbestandteil und Vorteil eines Aufhebungsvertrags sein.
  • Wahren Sie beim Vertrag die Schriftform und sichern Sie die Unterschrift beider Parteien.
  • Lassen Sie den Aufhebungsvertrag von einem Anwalt auf mögliche Vor- und Nachteile prüfen.

Sie haben Zweifel an den Inhalten Ihres Aufhebungsvertrages oder suchen allgemeinen rechtsrat zum weiteren Vorgehen? Lassen Sie Ihren Aufhebungsvertrag im Dokumentencheck von unseren erfahrenen Partner-Anwälten prüfen. Unsere Partner-Anwälte informieren Sie auch über die möglichen Vorteile Ihres Aufhebungsvertrages und übernehmen für Sie die auch weitere Verhandlungen. Unser Beitrag „Darum sollten Sie einen Aufhebungsvertrag prüfen lassen“ geht detailliert darauf ein, warum ein Aufhebungsvertrag im Vorfeld durch fachkundiges Personal überprüft werden sollte.

Aufhebungsvertrag und Sperrzeit – was sollte man beim Abschluss eines Aufhebungsvertrages beachten?

Der Abschluss eines Aufhebungsvertrages (auch Auflösungsvertrag oder Abwicklungsvertrag genannt) sollte gut überlegt sein. Ist er erst einmal unterzeichnet, gibt es in aller Regel kein zurück. Zwar kann Ihnen die einvernehmliche Beendigung eines Arbeitsverhältnisses viele Vorteile bieten, risikolos ist sie jedoch nicht.

Grundsatz der Vertragsfreiheit


Mit Zustimmung beider Vertragsparteien kann ein Arbeitsvertrag frühzeitig aufgehoben werden.

Nach § 241 sowie § 311 des Bürgerlichen Gesetzbuches BGB gilt der Grundsatz der Vertragsfreiheit. Dies bedeutet, dass ein Vertrag gesetzmäßig auch vorzeitig beendet werden darf. Dafür müssen allerdings beide Parteien zustimmen. Daraus resultiert dann der Aufhebungsvertrag.

Aufhebungsvertrag – Was sind die Vorteile und Nachteile für Arbeitgeber?

Für den Arbeitgeber geht der Aufhebungsvertrag mit einigen Vorteilen einher, allerdings sollte man auch einen genaueren Blick auf die Nachteile werfen. Positiv ist für den Arbeitgeber am Aufhebungsvertrag, dass der Kündigungsschutz von Arbeitnehmern entfällt. Dadurch lassen sich auch Arbeitsverhältnisse auflösen, die aus Gründen des Kündigungsschutzes sonst entweder gar nicht oder nur mit längerer Wartezeit gekündigt werden könnten. Dies ist zum Beispiel bei langjährigen Mitarbeitern der Fall, aber auch bei Schwerbehinderten, Arbeitnehmern im Betriebsrat und familiär eingebundenen Arbeitnehmern. Ein weiterer Vorteil des Aufhebungsvertrages liegt für Arbeitgeber darin, dass kein Kündigungsgrund angegeben werden muss und damit auch eine vorherige Anhörung durch den Betriebsrat wegfällt. Auch die gesetzlichen Kündigungsfristen müssen bei einem Aufhebungsvertrag, mit dem beide Vertragsparteien einverstanden sind, nicht eingehalten werden.

Die Vorteile für Arbeitgeber auf einen Blick:

  • Kein Kündigungsschutz für die Arbeitnehmer
  • Es muss kein Kündigungsgrund angegeben werden
  • Gesetzlich oder vertraglich geregelte Kündigungsfristen entfallen

Dennoch hat der Aufhebungsvertrag für den Arbeitgeber auch ein paar Nachteile. Da mit dem Aufhebungsvertrag der Kündigungsschutz entfällt, kann unter Umständen eine Abfindung für den Arbeitnehmer fällig werden. Wie hoch diese ausfällt, hängt von vielen Faktoren ab. Insbesondere wenn im Rahmen des Aufhebungsvertrages ein Wettbewerbsverbot für den Arbeitnehmer ausgesprochen wird – also die Forderung festgehalten wird, dass der Arbeitnehmer in einem gewissen Zeitraum nach der Entlassung aus dem aktuellen Unternehmen nicht für Konkurrenzunternehmen arbeiten wird – kann die Abfindung sehr hoch ausfallen.

Die Nachteile für Arbeitgeber auf einen Blick:

  • Es wird eine Abfindung fällig
  • Arbeitnehmer können für die Karenzzeit im Falle eines Wettbewerbsverbot weitere Zahlungen aushandeln

Aufhebungsvertrag – Was sind die Vor- und Nachteile für Arbeitnehmer?

Wie der Arbeitgeber hat auch der Arbeitnehmer durch den Aufhebungsvertrag verschiedene Vor- und Nachteile. Insbesondere dann, wenn man als Arbeitnehmer bereits einen neuen Job in Aussicht hat, können mit einem Aufhebungsvertrag die gängigen Kündigungsfristen umgangen werden, um so schnell wie möglich dort anzufangen. Gleichzeitig hat man bei einem Aufhebungsvertrag, sofern dies vertraglich vereinbart wurde, Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Mit dieser deutlich längeren Variante des Arbeitszeugnisses steigen die Chancen, einen neuen Job zu erhalten, deutlich. Je nachdem, ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer den Aufhebungsvertrag wünschen, kann vertraglich eine Forderung nach einer Abfindung angeboten werden. Alternativ lässt sich im Aufhebungsvertrag auch beispielsweise eine Vereinbarung zur Weiterbeschäftigung als freier Mitarbeiter regeln, sofern dies möglich und gewünscht ist.

Die Vorteile für Arbeitnehmer auf einen Blick:

  • Die Kündigungsfristen müssen nicht eingehalten werden, sodass man schnell in einem neuen Job beginnen kann
  • Wenn dies vertraglich vereinbart wurde, steht dem Arbeitnehmer mit dem Aufhebungsvertrag ein qualifiziertes, gutes Arbeitszeugnis zu
  • Unter Umständen kommt die Zahlung einer Abfindung durch den Arbeitgeber in Frage

Dennoch sollte man vor dem Unterzeichnen des Aufhebungsvertrages auch die negativen Aspekte im Blick behalten. Wenn sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf die Auflösung des Arbeitsverhältnisses verständigen und eine Abfindung gezahlt wird, verkürzt sich der Anspruch auf Arbeitslosengeld durch die Arbeitsagentur um insgesamt drei Monate. Außerdem wird die Abfindung mit dem Arbeitslosengeld verrechnet.

Die Nachteile für Arbeitnehmer auf einen Blick:

  • Da man als Arbeitnehmer mit dem Unterzeichnen eines Aufhebungsvertrages der Kündigung zugestimmt hat, entfällt für die ersten 3 Monate das Arbeitslosengeld
  • Die Höhe des Arbeitslosengeldes wird unter Umständen mit der Zahlung der Abfindung verrechnet
klugo tipp

Sie haben bereits ein neues Jobangebot in Aussicht? Besonders in diesem Fall kann ein Aufhebungsvertrag von Vorteil sein, da Fristen entfallen und das Risiko durch den neuen Job vergleichsweise geringer ist.

Kann man einen Aufhebungsvertrag widerrufen oder aufheben?

Ein Aufhebungsvertrag muss von beiden Vertragsparteien unterzeichnet werden und erhält erst dann seine Gültigkeit. Grundsätzlich ist das Widerrufen oder Aufheben des Aufhebungsvertrages nicht möglich.

Der Gesetzgeber hat jedoch einige Ausnahmen zusammengefasst, die einen Aufhebungsvertrag ungültig werden lassen:

  • Eine der Vertragsparteien unterlag einem Irrtum
  • Eine der Vertragsparteien wurden arglistig getäuscht
  • Eine der Vertragsparteien wurde bedroht
  • Der Aufhebungsvertrag wurde durch Überrumpelung (§ 312 BGB) unterzeichnet
  • Die benötigte Schriftform und weitere Formalitäten wurden nicht eingehalten

Durch einen Laien lässt sich nur schwer einschätzen, ob einer der gegebenen Gründe vorliegt. Wer einen Aufhebungsvertrag widerrufen oder aufheben möchte, sollte sich daher anwaltlichen Beistand suchen. Vereinbaren Sie bei KLUGO ganz einfach eine telefonische Erstberatung, bei der wir Sie mit einem unserer erfahrenen Partner-Anwälte für Arbeitsrecht verbinden. Mit dem dazugehörigen Dokumentencheck lässt sich ganz leicht prüfen, ob der Aufhebungsvertrag rechtmäßig und gültig ist.

Ein beidseitig unterschriebener Aufhebungsvertrag kann nur unter sehr begrenzten Bedingungen widerrufen oder aufgehoben werden. Dazu zählt u. a. die arglistige Täuschung oder ein Irrtum, dem man bei Vertragsunterzeichnung unterlag.

Wann ist ein Aufhebungsvertrag wirksam?

Ein Aufhebungsvertrag ist nur dann gültig, wenn er von beiden Vertragsparteien unterschrieben wird. Grundvoraussetzung für die Wirksamkeit eines Aufhebungsvertrages ist also immer die beiderseitige Willenserklärung, das Arbeitsverhältnis unter den vereinbarten Bedingungen und zum ausgemachten Zeitpunkt zu beenden.

Dabei müssen jedoch noch weitere Aspekte beachtet werden, damit der Aufhebungsvertrag wirksam ist:

  • Form: Beim Aufhebungsvertrag muss immer die Schriftform eingehalten werden.
  • Unterschrift: Nur mit einer handschriftlichen Unterschrift beider Vertragsparteien auf dem vollständigen Dokument ist der Aufhebungsvertrag rechtsgültig.
  • Versand: Ein Aufhebungsvertrag darf nicht per Fax oder E-Mail unterschrieben und weitergeleitet werden, sondern muss immer von Hand unterzeichnet werden.
  • Inhalt: Damit ein Aufhebungsvertrag wirksam ist, müssen alle benötigten Informationen und Inhalte untergebracht werden.

Was gehört in einen Aufhebungsvertrag?

Damit ein Aufhebungsvertrag rechtsgültig ist, gehören bestimmte Informationen zur eindeutigen Identifikation in das Dokument – beispielsweise Namen und Anschrift von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Zusätzlich können im Aufhebungsvertrag viele weitere rechtliche Fragen im Hinblick auf das Arbeitsverhältnis geklärt werden, sodass im Anschluss eine Rechtssicherheit auf Seiten beider Vertragsparteien gewährleistet ist.

Zu den Informationen, die im Aufhebungsvertrag festgehalten werden sollten, gehören:

  • Günstiger Beendigungszeitpunkt
  • Ggf. Abfindungssumme
  • Regelung zu allen Zahlungsansprüchen
  • Vereinbarung für den verbleibenden Resturlaub
  • Regelungen zur betrieblichen Altersvorsorge
  • Rückgabeansprüche und Rückzahlungsansprüche des Arbeitgebers
  • Evtl. ein Wettbewerbsverbot für einen bestimmten Zeitraum
  • Informationen zur Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses
  • Wohlwollende Schlussformel

Wenn Sie einen Aufhebungsvertrag aufsetzen möchten, hilft Ihnen unser dazu passender Artikel „Wie wird ein Aufhebungsvertrag geschrieben“ garantiert weiter. Hier finden Sie alle relevanten Informationen zu den Vertragsinhalten, die in einem Aufhebungsvertrag vorkommen sollten. Außerdem stellen wir Ihnen die notwendigen Tipps zur Verfügung, mit denen Sie sich an die strengen Formvorgaben des Aufhebungsvertrages halten können. Auch Formulierungsbeispiele und Muster für Aufhebungsverträge stellen wir Ihnen bei KLUGO gern zur Verfügung.

Welche Vorteile hat ein Aufhebungsvertrag im Vergleich zur Kündigung?

Sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer hat ein Aufhebungsvertrag im Vergleich zur Kündigung eine Menge Vorteile. Besonders relevant ist hier natürlich das Mitbestimmungsrecht, das in diesem Fall beide Parteien haben: Im Rahmen eines Aufhebungsvertrages können die Grundlagen der Kündigung, der Zeitpunkt, die Höhe der Abfindung und viele weitere Punkte einvernehmlich durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber festgehalten werden.

Ob sich ein Aufhebungsvertrag oder eine Kündigung anbietet, hängt immer individuell vom vorliegenden Fall ab. In unserem Beitrag „Aufhebungsvertrag oder Kündigung: Was ist besser?“ erhalten Sie alle relevanten Informationen, die Sie zur Entscheidungsfindung benötigen. Wenn Sie gerade vor der Entscheidung stehen, ob Sie kündigen oder den Arbeitsvertrag mit einem Aufhebungsvertrag aufheben sollen, steht Ihnen auch unser Team aus Partner-Anwälten für Arbeitsrecht zur Verfügung.

Aufhebungsvertrag und Sperrzeit – was sollte man beim Abschluss eines Aufhebungsvertrages beachten?

Der Abschluss eines Aufhebungsvertrages (auch Auflösungsvertrag oder Abwicklungsvertrag genannt) sollte gut überlegt sein. Ist er erst einmal unterzeichnet, gibt es in aller Regel kein Zurück. Zwar kann Ihnen die einvernehmliche Beendigung eines Arbeitsverhältnisses viele Vorteile bieten, risikolos ist sie jedoch nicht.

Wenn sich ein Arbeitnehmer auf das Unterzeichnen eines Aufhebungsvertrages einlässt, muss er im Anschluss an das Arbeitsverhältnis mit einer Sperrzeit beim Arbeitslosengeld rechnen. Für Aufhebungsverträge, also Kündigungen mit beiderseitigem Einverständnis, gilt eine generelle Sperrfrist für 12 Wochen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Diese Sperrzeit wird immer dann auferlegt, wenn der Arbeitnehmer keinen wichtigen Grund hatte, den Aufhebungsvertrag zu unterzeichnen. Auch die Höhe der Abfindung spielt eine Rolle: Unter Umständen kann die Abfindung auf das Arbeitslosengeld angerechnet werden.

Anders sieht es dagegen aus, wenn ein wichtiger Grund für die Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages vorliegt. Wenn beispielsweise der Arbeitnehmer auf diese Weise einer betriebsbedingten Kündigung vorbeugen kann und für sich selbst durch den Aufhebungsvertrag weitere Vorteile – beispielsweise die Abfindung, ein qualifiziertes Arbeitszeugnis etc. – sichern kann, handelt es sich um einen notwendigen Aufhebungsvertrag, der vom Arbeitsamt anerkannt wird. In diesen Fällen geht das Unterzeichnen des Aufhebungsvertrages nicht mit einer Sperrfrist einher. Die Abfindung kann jedoch trotzdem auf das Arbeitslosengeld angerechnet werden. In unserem Beitrag „Arbeitslosengeld & Sperrfrist beim Aufhebungsvertrag“ gehen wir detailliert darauf ein, in welchen Fällen bei einem Aufhebungsvertrag das Arbeitslosengeld gekürzt oder eine Sperrfrist ausgesprochen werden kann.

Wenn Sie Ihren Aufhebungsvertrag durch einen erfahrenen Anwalt überprüfen lassen möchten, nutzen Sie ganz einfach die KLUGO Rechtsberatung. Wir verbinden Sie sofort mit einem erfahrenen Partner-Anwalt, der Sie ausführlich berät.

Sie haben eine Rechtsfrage?

Dann nutzen Sie einfach die KLUGO Rechtsberatung. Die Rechtsberatung ist ein Telefongespräch mit einem zertifizierten Anwalt aus unserem Netzwerk.