Was ist eine Abfindung

Möchte eine Partei einseitig einen Vertrag beenden, einigen sich die Partner oft auf die Zahlung einer Abfindung. Die Abfindung sorgt für einen Interessenausgleich und damit für Rechtsfrieden.

Was versteht man unter einer Abfindung?

Um zu verstehen, was eine Abfindung überhaupt ist und was dazu gehört, stellen Sie sich das Abfindungsgeld zunächst als eine Art Einmalzahlung des Arbeitgebers vor. Diese einmalige außerordentliche Zahlung dient Ihnen unter anderem als Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes. Aber auch mögliche Verdienstausfälle können damit entschädigt werden.

Es gibt verschiedene Anlässe für die Zahlung einer Abfindung. Meistens jedoch möchte der Arbeitgeber eine Kündigungsschutzklage gegen sich verhindern und sich mit Ihnen im Vorfeld auf ein Abfindungsgeld einigen. Oder aber es kommt im Rahmen des Kündigungsschutzverfahrens vor Gericht zu einem Vergleich, der eine Abfindungszahlung beinhaltet.

Eine Abfindung steht einem Arbeitgeber nur zu, sofern noch keine Kündigungsschutzklage eingereicht wurde. Bei Annahme einer Abfindung, fällt das Recht zu einer Kündigungsschutzklage weg. Die maximale Abfindung beträgt in der Regel 12 Monatsgehälter. Bei älteren Arbeitnehmern und einer langen Betriebszugehörigkeit sind auch 15 Monatsverdienste möglich.

Zusammengefasst bedeutet dies:

  • Die Abfindung ist eine einmalige, außerordentliche Zahlung des Arbeitgebers, die bei Kündigungen oder Verdienstausfällen geleistet wird.
  • Der Arbeitgeber möchte damit eine Kündigungsschutzklage verhindern.

§ 1a Kündigungsschutzgesetz (KSchG)


Nach § 1a Abs. 1 KSchG hat ein Arbeitnehmer bei einer betriebsbedingten Kündigung, sofern er keine Klage dagegen einlegt, einen Anspruch auf Abfindung. Nach § 1a Abs. 2 KSchG beträgt die Höhe der Abfindung 0,5 Monatsverdienste multipliziert mit der Anzahl der Betriebsjahre.

Wer bekommt eine Abfindung?

Salopp gesagt könnte man eine Abfindung also als eine Art Schweigegeld ansehen. Der Arbeitgeber möchte den Arbeitnehmer milde stimmen, damit dieser von seinen Kündigungsschutzrechten absieht und die Beendigung des Arbeitsverhältnisses akzeptiert. Sie sollten bei einer Abfindung beachten, dass durch die Annahme bzw. Zustimmung zu einer Abfindungsvereinbarung der Anspruch auf eine anschließende Kündigungsschutzklage verloren geht.

Höchstgrenzen für leitende Angestellte – Infografik
Höchstgrenzen für leitende Angestellte – Infografik
Die Höhe der Abfindung ist nicht gesetzlich festgelegt. Der Arbeitgeber kann die Summe nach eigenem Ermessen festlegen. Meistens richtet Sie sich nach der Dauer der Anstellung.
Stefan Müllen
Rechtsanwalt

Wichtig ist auch zu wissen, dass nur Arbeitnehmer im Sinne des Gesetzes Empfänger einer Abfindung sein können. Ausnahmen gibt es bei Beschäftigten, die der Sozialversicherungspflicht unterliegen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, wer einen Anspruch auf eine Abfindung hat, wie hoch eine Abfindung sein kann oder was bei einer Abfindung zu beachten ist, klicken Sie sich durch unsere weiteren Beiträge zum Thema.

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Grundsätzlich sollten Sie bei einer Kündigung abwägen, ob Sie den aufwändigen Weg einer Arbeitsschutzklage gehen oder lieber eine Abfindung akzeptieren. Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht kann Sie hier genau beraten.

Zur Berechnung Ihrer voraussichtlichen Abfindungshöhe nutzen Sie underen Abfindungsrechner.

Hier noch einmal das Wichtigste zur Abfindung zusammengefasst:

  • Bei der Annahme einer Abfindung fällt das Recht auf eine Kündigungsschutzklage weg.
  • Die Höhe der Abfindung liegt ungefähr bei der Anzahl der Betriebsjahre multipliziert mit dem Monatsgehalt.
  • Maximal kann eine Abfindung 15 Monatsgehälter betragen.

Bei rechtlichen Fragen zum Thema Abfindung helfen wir Ihnen gerne im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung weiter. Unsere kompetenten Fachanwälte stehen Ihnen dabei mit juristischem Rat zur Seite und unterstützen Sie bei allen Anliegen.

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